Waldexkursion in den Stadtwald

Immenstädter Grüne machen in Begleitung mit dem Stadtförster Herrn Honold eine Bestandsaufnahme

„Was wir heute tun, entscheidet darüber, wie die Welt morgen aussieht.“ (Marie von Ebner-Eschenbach)

Und da wären wir auch beim Thema. Was wird denn heute gemacht und welchen Aufgaben muss man sich morgen stellen, um unseren Stadtwald weiterhin als Schutzwald und als Heimat vieler Lebewesen und Pflanzen zu erhalten? Diesen und vielen weiteren Fragen stellte sich der Immenstädter Ortsverband der Grünen zusammen mit der grünen Landratskandidatin Christina Mader am Freitag, dem 08.11.19, gemeinsam, erhielt zusätzlich tolle Informationen seitens des Stadtförsters und konnte sogar eines der Eichelwildschweine aus nächster Nähe begutachten.

Gegen die Klimaveränderungen ist der Wald oft machtlos. Stürme, Starkregen, längere Regen- und Trockenphasen im gegenseitigen Wechsel, lange Sommer – wie z.B. im Jahr 2018, im Allgäu zwar ohne verheerende Folgen – haben aber in anderen Bereichen Deutschlands massive Schäden hinterlassen. Gerade daher muss der Immenstädter Wald als Schutzwald funktionieren. In solch einem Schutzwald befinden sich auch immer alte Bäume. Eine solche Schutzfunktion erfüllen sie allerdings erst mit frühestens 100 Jahren. Erst dann können sie Steinschlaglawinen und Ähnliches aufhalten. Der Wald am Immenstädter Horn ist aktuell knapp 200 bis 250 Jahre alt. Dieser ist künstlich angelegt worden. Im Fokus steht ein Naturverjüngungsbetrieb, diese ist meist die kostengünstigste Methode. Zudem ist sie der Natur am besten angepasst. Manchmal muss man auch bestimmte Bäume fällen, wenn man den Bestand sichern will. Diese fällt man im Normalfall nur, wenn sie krank sind. Wenn man mit Bedacht durch den Wald läuft, findet man auch ganz besondere Bäume: groß, gespalten, mit Höhlen und teilweise abgestorben. In der Stadt wäre es undenkbar, dass man solche vorfindet. Solche Bäume müssen aufgrund der Verletzungsgefahr gefällt werden, im Wald jedoch dürfen sie stehen bleiben. Hier gilt das Recht der waldtypischen Gefahr. Interessant war auch die Anmerkung des Stadtförsters, dass jeder siebte Baum ein Totholzbaum sein muss. Dieser gibt Nährstoffe ab und trägt somit eine wichtige Aufgabe zum natürlichen Kreislauf bei.

Doch nicht nur die Bäume liegen der Stadt am Herzen, sondern auch die Lebewesen, die dort beheimatet sind. So ist seit knapp zwei Jahren mit Freude festgestellt worden, dass der Mittelspecht seinen Weg ins Allgäu fand. Man fand auch heraus, dass der Immenstädter Wald Urwaldreliktarten in sich trägt – und das obwohl es kein Urwald ist. Ein Tier, welches man sich nicht unbedingt wünscht, ist der Ambrosia Käfer. Noch ist der Käferbefall hinnehmbar, wenn dieser jedoch weiter zunimmt, verliert der Wald allmählich seine Schutzfunktion.

Der Wald im Bereich um die Stadtalpe gilt in Teilen als Biotop. Ein hundertprozentiger Schutz vor Bebauung ist aber momentan leider nicht gegeben. Die Grünen im Städtle setzen sich zusammen mit ihrer Landratskandidatin Christina Mader dafür ein, dass der Wald und das gesamte Gebiet im Umkreis der Stadtalpe als schützenswerter Naturraum erhalten bleiben kann. Nicht zuletzt auch, weil er vielen Immenstädterinnen und Immenstädtern als Naherholungsraum dient. Unser besonderer Dank gilt Herrn Stadtförster Gerhard Honold, der uns mit seiner sehr großen Fachkompetenz, Erfahrung und seinem Humor schwer beeindruckte. Weiter so, Gerhard! (kt)

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